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Mahnwache im Gedenken an Alexandros Grigoropoulos

Der 6. Dezember 2008

Vor genau vier Jahren, am 6. Dezember 2008, wurde der griechische Anarchist Alexandros Grigoropoulos von einem Polizisten auf offener Straße erschossen. Der staatlich bezahlte Täter, Epaminondas Korkoneas, wurde von einem griechischen Gericht am 12. Juni 2009 wegen Mordes und sein Kollege Vassilis Saraliotis wegen Mittäterschaft angeklagt. Im Oktober 2010 wurde dann zuerst Epaminondas Korkoneas wegen Mordes mit direktem Vorsatz zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und danach sein Komplize zu mit einer zehnjährigen Freiheitsstrafe.

Der 6. Dezember 2012

Im Gedenken an Anarchist Alexandros Grigoropoulos veranstaltete die Antifa Mainz am heutigen Tag eine Mahnwache auf der Freifläche vor der alten Universität in der Mainzer Neustadt. Mit Banner und Flyern bewaffnet haben wir die EinwohnerInnen und BesucherInnen der Mainzer Einkaufsstraßen angehalten und das Gespräch gesucht. Diese zeigten sich sichtlich interessiert an dem Tode Alexandros und der anhaltenden staatlichen Gewalt in Griechenland, aber auch über die deutschen Repressionsorgane wollten die BesucherInnen der Mahnwache gern mehr erfahren.

Die Antifa Mainz solidarisiert sich mit den Protesten, am 6. Dezember, in Griechenland.

Abschließend noch ein Abschiedsbrief von Freunden Alexandros:

WIR WOLLEN EINE BESSERE WELT!
HELFT UNS
Wir sind keine Terroristen, keine „Kapuzenleute“ (Vermummte),
nicht die „bekannten Unbekannten“ (gemeint sind die von der Polizei gern
als „unbekannte Täter, die uns schon bekannt sind“ Bezeichneten),
WIR SIND EURE KINDER!

Sie, die euch bekannten Unbekannten …
Wir träumen — zerstört unsere Träume nicht!
Wir haben jugendlichen Elan — bitte zerstört nicht unseren Elan.
ERINNERT EUCH!

Auch ihr wart einmal Jugendliche.
Jetzt jagt ihr hinter dem Geld her,
euch interessiert nur noch das Äußere,
ihr werdet dick, verliert eure Haare,
HABT VERGESSEN!

Wir haben erwartet, dass ihr uns unterstützen würdet,
Wir haben erwartet, dass ihr Interesse zeigen würdet,
dass auch ihr einmal uns stolz machen würdet (eine Anspielung auf die
elterliche Forderung, ihre Kinder sollten sie stolz machen) .
VERGEBLICH!

Ihr lebt ein Leben in Lüge, habt den Kopf gesenkt,
ihr lasst euch ausnutzen (wörtliche Übersetzung: ihr habt die Hosen
runtergelassen, die Bedeutung ist, sich ausnutzen zu lassen) und ihr wartet
auf den Tag, an dem ihr sterben werdet.
Ihr habe keine Vorstellungskraft, ihr liebt nicht,
ihr seid nicht kreativ!

Das einzige was ihr macht ist verkaufen und kaufen.
ÜBERALL MATERIE
NIRGENDS LIEBE, NIRGENDS WAHRHEIT.
Wo sind die Eltern?
Wo sind die Meister (eigentlich „Künstler“ , doch es kann in diesem
Zusammenhang auch „Meister“ im Sinne von „die Eingeweihten, die
Intellektuellen“ gemeint sein)?
Warum kommen sie nicht heraus um uns zu beschützen?
MAN TÖTET UNS!
HELFT UNS
DIE KINDER

P.S.
Werft nicht noch mehr Tränengas nach UNS,
wir weinen schon von selbst.

Stellungnahme des autonomen Kollektivs

Hier eine Pressemitteilung des autonomen Kollektivs zu der Nachttanzdemonstration in Darmstadt und der Misshandlung eines Genossen aus Mainz durch die Polizei.

Solidarität gegen Polizeigewalt im Rhein-Main Gebiet

In den letzten Tagen fanden mehrere gewalttätige Übergriffe durch die Polizei auf unsere Freunde und Genossen aus dem Raum Mainz statt!
Hier eine kleine Dokumentation der Vorfälle und der darauf folgenden Aktionen:

Am gestrigen Abend (Nacht auf Dienstag, 2.10) wurde ein Genosse in seiner Wohnung von der Polizei angegriffen, festgenommen und in Handschellen abgeführt. Durch die brutale Behandlung der Polizei erlitt er dabei mehrere Verletzungen, Prellungen und Abschürfungen im Gesicht und an den Handgelenken.

Was war also passiert? Besagter Genosse hatte seine Nudeln anbrennen lassen – passiert ja mal. Aufgrund der Rauchentwicklung hatten Nachbarn Polizei und Feuerwehr gerufen. Vor Ort sorgte sich die Polizei jedoch weniger um das Befinden unseres Genossen, sondern versuchte vielmehr, ihn – angeblich aus „Sicherheitsgründen“ – aus der Wohnung zu nötigen. Auf seinen Versuch, die Lage zu erklären, reagierten die Beamten mit Gewalt.

Dennoch wurde unser Genosse mehrere Stunden in eine Polizeizelle eingesperrt und musste schlieslich – ohne Schuhe und Jacke bei ca 7 Grad – 10km nach Hause laufen!

Am selben Tag kam es im Anschluss der Nachttanzdemo in Darmstadt zu polizeilicher Gewalt gegenüber unseren Freunden und Genossen:
friedlich Protestierende wurden auf den Boden geworfen, schmerzhaft herumgestoßen, eine Person fast von einem Polizeiauto angefahren – ein zur Identitätsfeststellung auf das 1.Polizeirevier gebrachter Demoteilnehmer wurde von Beamten in den Magen geschlagen, sodass dieser sich mehrmals übergeben musste!

Das sind leider keine Einzelfälle sondern mittlerweile fast Alltag!

Deswegen: Solidarität!

Am 3.Oktober fand eine spontane Solidaritätsdemo mit dem Betroffenen in Mainz-Bischofsheim statt.
Über 30 Leute zogen lautstark durch den Vorort zum Polizeirevier und demonstrierten gegen Polizeigewalt. Sie baten auch die verantwortlichen Beamten der Station um eine Stellungnahme – erfolglos. Wie so oft.

Im Fall der Nachttanzdemo in Darmstadt zog ein ca. 50 Personen starker Zug zum 1.Polizeirevier um die Freilassung des Festgenommenen zu fordern – die erst über 1 Stunde später erfolgte.

Wir bleiben dran!
Diese Repressionsschläge werden wir nicht unbeantwortet lassen!
Solidarität mit allen von Polizeigewalt Betroffenen!

stop police brutality!

autonomes kollektiv